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Evidenzbibliothek

Evidenzbibliothek

Stand: 19. August 2026 · Zahlenstände werden nach Definition und Datenjahr versioniert

Diese Bibliothek zeigt, welche Befunde die nächsten Studien auf EthicalSaving.org wissenschaftlich begründen: AIRCHILL-Mechanismusdaten, präklinische Modelle, klinische Signale, laufende randomisierte Studien und gesundheitsökonomische Anker. Die Leitfrage ist nicht nur, was bereits abschließend bewiesen ist, sondern auch, welche Hypothese durch vorhandene Daten stark genug begründet ist, um sie als nächsten Schritt kontrolliert zu testen und ihre Effektgröße zu bestimmen. Externe Tier- und Humanstudien sind dabei Begründungs- und Designwissen; sie werden nicht als bereits nachgewiesene AIRCHILL-Patientenwirksamkeit dargestellt.

Vollständiges Hypothermie-Forschungsregister auf Medicalcooling.com öffnen → · Quellen-, Annahmen- und Datenlückenregister öffnen →

Interne Rückverfolgbarkeit: Das interne Annahmenregister ist keine öffentliche Quelle. Es ist das Rückverfolgungsdokument, das bei einer Due Diligence im Datenraum bereitgestellt wird. Jede Planungszahl und Modellannahme auf dieser Seite ist darin einem nummerierten Kapitel zugeordnet; externe Evidenz bleibt zusätzlich auf die jeweils verlinkte Primärquelle zurückführbar.

Projektkennzahlen der Startseite

  • BMBF-Förderung AIRCHILL am UKE: Öffentlich belegt sind 499.999 € für zwei Jahre für „Airchill – Gekühlte Beatmung“. Die Startseite rundet dies auf 500 T€. Eine frühere BMBF/GO-Bio-Sondierungsphase ist dokumentiert; deren zusätzliche Fördersumme wird ohne belastbaren öffentlichen Betragsnachweis nicht in eine Gesamtsumme eingerechnet. UKE News 12/2014 →
  • AIRCHILL-Projektumfang und Veröffentlichungsstatus: Das dokumentierte Gesamtprogramm umfasst 14 Schweine (5 in der Kühl-/MRT-Serie und 9 in einer weiteren präklinischen Serie) sowie 11 gesunde Freiwillige. Die öffentlich publizierten Teilmengen sind kleiner: 5 Schweine in der peer-reviewten Vollpublikation (Sedlacik et al.; PMID 29099343) und 2 gesunde Freiwillige in 3 Experimenten im ISMRM-2016-Kongressabstract. Zusätzlich sind mehrere wissenschaftliche Kongressbeiträge und Poster aus dem AIRCHILL-Programm dokumentiert; die vollständige bibliografische Eventliste wird nach Einzelprüfung der Originalunterlagen ergänzt. Peer-reviewtes Paper → · ISMRM 2016 →
  • Auszeichnungen: Statt einer nicht vollständig definierten Gesamtzahl wird „mehrfach ausgezeichnet“ verwendet. Öffentlich belegt ist unter anderem der Sieg von Medical Cooling in der Kategorie Biotech & Healthcare beim Science4Life Technology Slam 2018. Science4Life-Presseinformation →
  • Patente: Die erteilten Schutzrechte EP3509683B1 und US11395900B2 bleiben separat über die öffentlichen Patentregister verlinkt; die Website beschreibt die öffentlich sichtbare Registerlage und ersetzt keine rechtliche Chain-of-Title-Prüfung.

Versioniertes Zahlen- und Definitionsregister

Ein einzelner Wert ist nur dann vergleichbar, wenn Datenjahr, Population, Definition und Quelle identisch sind. Deshalb werden ältere Werte nicht stillschweigend überschrieben. Die folgenden deutschen Kernzahlen zeigen bewusst mehrere Ebenen und Zeitstände.

Thema Datenstand / Definition Wert Einordnung
OHCA Deutschland 2024 · alle erfassten/hochgerechneten außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände ≈136.000/Jahr Breitester Ereignisnenner; nicht gleich Reanimationsversuch. DGAI/DGRR 2024-Hochrechnung →
Rettungsdienst-Reanimation 2024 · Reanimationsversuche durch Rettungsdienst 54.000–67.000/Jahr Jahresbericht: 64,2/100.000 im Gesamtkollektiv und 80,1/100.000 in der Referenzgruppe; daraus nationale Spanne. Die spätere DGAI-Kommunikation verwendet rund 67.000 als Hochrechnung. Jahresberichte →
Historischer Reanimationswert 2022 · damaliger Jahresbericht ≈60.000/Jahr Damals veröffentlichte Hochrechnung der Rettungsdienst-Reanimationsversuche; nicht der Nenner aller OHCA-Ereignisse.
Reanimationswert 2023 2023 · Jahresbericht vs. spätere erweiterte Hochrechnung ≈55.000 / ≈71.000 Der Jahresbericht 2023 kommunizierte zunächst rund 55.000 Rettungsdienst-Reanimationen; eine spätere DGRR-Hochrechnung verwendete rund 71.000 bei etwa 140.000 OHCA insgesamt. Unterschiedlicher Extrapolationsstand, deshalb beide Werte mit Datum erhalten. Jahresbericht-Kommunikation → · spätere Hochrechnung →
Temperaturmanagement DGRR Referenzgruppe 2024 · Anteil der ins Krankenhaus aufgenommenen OHCA-Patient:innen 17,3 % Versorgungsquote im OHCA-Jahresbericht, nicht Anteil aller 136.000 Ereignisse. In Cardiac-Arrest-Centern lag Temperaturmanagement 2024 bei rund 35 % der dort aufgenommenen OHCA-Fälle – anderes Kollektiv. CAC 2024 →
Temperaturleitlinie ERC/ESICM 2025 · komatöse Erwachsene nach ROSC Fieberprävention ≤37,5 °C Die 2025-Leitlinie verschiebt den Schwerpunkt von routinemäßiger Hypothermie auf Temperaturkontrolle/Fieberprävention; ein genereller Zusatznutzen von 32–34 °C ist nicht belegt. ERC/ESICM 2025 →
Mechanische Thrombektomie Deutschland · 2023 peer-reviewte DRG-Reihe / 2024 nationale Claims-Auswertung 22.445 (2023) / 21.609 (2024) Nicht ohne Methodik als Trend zusammenziehen: die 2024-Auswertung grenzt AIS über ICD-10 I63.0–5 ein. 2023 → · 2024 →
Neonatale HIE Deutschland 2010–2017 beobachtet / 2025 modelliert Median 543 HIE/Jahr beobachtet; ≈981/Jahr bei 654.241 Geburten × 1,5/1.000 543 ist ein historischer deutscher Beobachtungswert; ≈981 ist DERIVED aus einer übertragenen internationalen Inzidenz und kein aktueller deutscher Messwert. Deutschland-Register → · Geburten 2025 →
Moderates/schweres TBI TR-DGU 2013–2017 8.220 beobachtet/Jahr; geschätzte Gesamtinzidenz 13,6/100.000 Die oft verwendete Größenordnung ≈11.400/Jahr entsteht erst, wenn die historische Schätzrate auf eine heutige Bevölkerung übertragen wird. Sie ist kein aktueller Registerzähler. TR-DGU →
Sport-Concussion DOSB-Mitteilung 2016 44.000 diagnostizierte Fälle/Jahr HISTORICAL Größenanker, keine aktuelle nationale Surveillance. DOSB 2016 →
Hitze Destatis 2003–2023 / RKI-Schätzung 2022–2025 >1.400 stationäre T67-Fälle/Jahr im Langzeitmittel; hitzeattribuierte Todesfälle: ≈4.500 (2022), 3.200 (2023), 3.000 (2024), 2.500 (2025) Direkt kodierte Hitzeschäden und statistisch geschätzte hitzeattribuierte Mortalität sind verschiedene Endpunkte. Destatis → · BMG/RKI →
Regel für Modellrechnungen: Der epidemiologische Nenner wird nie automatisch mit der AIRCHILL-Zielpopulation gleichgesetzt. Auf der Startseite verwendete operative Reichweiten (z. B. 7.500 Herzstillstand- oder TBI-Fälle) bleiben ASSUMPTION, bis prospektive Screeningdaten zeigen, wie viele Patient:innen die endgültigen Ein-/Ausschlusskriterien tatsächlich erfüllen.

AIRCHILL / Mechanismus und präklinische Begründung

  • Sedlacik et al., 2018 · AIRCHILL-naher Mechanismus: Im publizierten Schweinemodell wurde mit High-Flow-Kaltluft eine messbare regionale Abkühlung des Gehirns mittels MRT-Temperaturmapping gezeigt. DOI 10.1089/ther.2017.0031 · PubMed PMID 29099343
  • Nozari et al., 2004 · Mausmodell Herzstillstand: Intra-Arrest-Hypothermie führte zu besserem 72-Stunden-Überleben und besseren neurologischen Scores als verzögerte Post-ROSC-Kühlung oder Normothermie. Das unterstützt die Hypothese, dass der Zeitpunkt ein wesentlicher Teil der thermischen Dosis ist. PubMed PMID 15159295
  • Wang et al., 2010 · Schweinemodell Herzstillstand: Selektive transnasale Kühlung ab Beginn der CPR war in diesem kleinen randomisierten Tiermodell mit einer höheren erfolgreichen Reanimationsrate verbunden. PubMed PMID 20207471
  • Kim et al., 2016 · Rattenmodell Herzstillstand: Eine kombinierte intra- und post-arrest Hypothermie zeigte in diesem Modell bessere Überlebens- und neurologische Ergebnisse als kürzere bzw. später beginnende Strategien. PubMed PMID 27521473
  • Maier et al., 2001 · fokales Schlaganfallmodell: Milde Hypothermie zeigte im Rattenmodell noch bei verzögertem Beginn bis 120 Minuten nach MCA-Occlusion signifikante Neuroprotektion; der Effekt unterstreicht die Bedeutung von Zeitfenster und thermischer Strategie. PubMed PMID 11147904
Was daraus als nächstes folgt: Diese Tiermodelle testen unterschiedliche Kühltechnologien und sind kein Wirksamkeitsnachweis für AIRCHILL beim Menschen. Zusammen mit dem AIRCHILL-nahen Schweinemechanismus liefern sie aber eine konkrete präklinische Begründung für eine prospektive Entwicklungshypothese: frühe thermische Exposition möglichst zeitnah zum ischämischen Ereignis messen, sicher reproduzieren und anschließend die klinische Effektgröße in einer klar definierten Population bestimmen.

Herzstillstand / Targeted Temperature Management

Schlaganfall / Thrombektomie und Kühlung

Neugeborenen-HIE

Schädel-Hirn-Trauma

Gehirnerschütterung / selektive Kopf-Nacken-Kühlung

Hitzschlag und hitzebedingte Mortalität

Weitere laufende Hypothermie-Studien

Gesundheitsökonomie und epidemiologische Grundlagen

  • Schlaganfall – Kosten nach 90-Tage-mRS: Soler-Font et al., Costs during the first year after stroke by degree of functional disability: A societal perspective. European Stroke Journal. mRS 0–2: 18.568 €; mRS 4–5: 52.859 € mittlere gesellschaftliche Kosten im ersten Jahr. DOI 10.1177/23969873241301904 · PubMed Central. Status: SOURCED.
  • TBI – europäische intramurale Kosten: CENTER-TBI, Intramural Healthcare Consumption and Costs After Traumatic Brain Injury. Median: mild 3.800 €, moderat 37.800 €, schwer 60.400 €. DOI 10.1089/neu.2022.0429 · PubMed PMID 37212277 · Volltext. Status: SOURCED.
  • Neonatale HIE – Inzidenzanker: Kurinczuk et al., Epidemiology of neonatal encephalopathy and hypoxic-ischaemic encephalopathy. HIE etwa 1,5 pro 1.000 Lebendgeburten (95%-KI 1,3–1,7). DOI 10.1016/j.earlhumdev.2010.05.010 · PubMed PMID 20554402. Status: TRANSFERRED epidemiologischer Anker, kein deutscher Messwert.
  • Deutschland – Lebendgeburten 2025: Statistisches Bundesamt: endgültig 654.241 Lebendgeborene 2025. Destatis, 1. Juli 2026. Die HIE-Systemgröße von rund 981 Fällen ergibt sich aus 654.241 × 1,5/1.000 und ist daher DERIVED, nicht beobachtete deutsche HIE-Inzidenz.
  • Cerebralparese – Lifetime-Kosten: Kruse et al., Lifetime costs of cerebral palsy. Registerbasierte dänische Studie: attributable Lifetime-Kosten etwa 860.000 € für Männer und 800.000 € für Frauen. DOI 10.1111/j.1469-8749.2008.03190.x · PubMed PMID 19416329. Status: SOURCED, historischer dänischer Kostenanker.
  • Cerebralparese – aktuelle jährliche gesellschaftliche Kosten: Nova-Díaz et al., Spanien. Durchschnitt 102.135 € pro Kind und Jahr; schwere motorische Beeinträchtigung (GMFCS III–V) knapp doppelte Kosten gegenüber GMFCS I–II. DOI 10.1186/s12962-026-00743-y. Ergänzende Cost-of-Illness-Publikation: PubMed PMID 40771253. Status: SOURCED, Spanien; nicht direkt auf Deutschland übertragbar.
  • Deutschland – Pflegeleistungen 2026: Bundesgesundheitsministerium: ambulante Pflegesachleistungen bis 1.859 €/Monat bei Pflegegrad 4 und 2.299 €/Monat bei Pflegegrad 5. BMG – Ambulante Pflegesachleistungen. Status: SOURCED; Budgetanker, kein HIE-spezifischer Kostenwert.

Methodische Grenze: Die auf der Website verwendeten Bandbreiten wie 15.000–35.000 €, 20.000–50.000 € oder 0,8–2,0 Mio. € pro verbessertem Verlauf sind Sensitivitätsannahmen, die aus den oben verlinkten Kostenankern abgeleitet werden. Sie sind keine direkt gemessenen AIRCHILL-Effekte, keine Erstattungssätze und keine garantierten Einsparungen.

Neu geschlossene bzw. eingegrenzte Datenlücken

  • Japan – OHCA: Die japanische Fire and Disaster Management Agency (FDMA) berichtet für 2023 national 140.575 transportierte Patientinnen und Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand, davon 90.550 kardial bedingt; 28.354 kardial bedingte Fälle waren durch Laien beobachtet. FDMA Fire and Disaster Management White Paper. Status: SOURCED nationaler Systemnenner; keine AIRCHILL-Eignungszahl.
  • Qatar – Geburten/HIE-Denominator: Der veraltete 2021-Geburtennenner kann durch aktuelle offizielle Open-Data-Reihen ersetzt werden. Qatar Open Data – Annual Birth and Mortality Statistics sowie monatliche/vierteljährliche Geburtenreihen stehen öffentlich zur Verfügung. Status: SOURCED Geburtennenner; die HIE-Inzidenz bleibt TRANSFERRED, solange keine Qatar-spezifische klinische Rate vorliegt.
  • Deutschland – Hitze: Destatis berichtet für 2003–2023 im Mittel mehr als 1.400 stationäre Behandlungen pro Jahr wegen Schäden durch Hitze und Sonnenlicht; 2023 waren es mehr als 800. Destatis, 1. Juli 2025. Dieser direkt kodierte Versorgungsrahmen ist von den statistisch geschätzten hitzeattribuierten Todesfällen des RKI zu trennen. Status: SOURCED Systemrahmen; schwere, beatmete oder AIRCHILL-geeignete Hitzschlagfälle bleiben ein engerer DATA GAP.
  • Deutschland – TBI/Gehirnerschütterung: Für 2024 liegen bei Destatis nationale, vierstellig gegliederte ICD-10-Krankenhausdiagnosen vor. Diagnosen der Krankenhauspatienten 2024. S06.x kann damit künftig direkt national belegt werden; Sportbezug, GCS-Schweregrad und Beatmungsstatus sind darin jedoch nicht automatisch identisch mit dem klinischen Zielkollektiv. Status: SOURCED nationaler Diagnoserahmen; Eligibility-Gap bleibt.
  • Neuseeland – OHCA: Der nationale Rettungsdienstbericht 2024/25 weist 2.466 durch Ambulanzpersonal behandelte OHCA-Fälle aus. Hato Hone St John / Wellington Free Ambulance. Status: SOURCED nationaler Systemnenner.

Begründung der Sensitivitätsszenarien

Die auf EthicalSaving.org verwendeten Szenarien sind keine einheitlichen klinischen Standards. Sie werden indikationsspezifisch aus externer Kühlungsevidenz eingeordnet und bewusst konservativ als Sensitivitäten verwendet. Wo die Literatur keinen belastbaren kausalen Effekt liefert, bleibt die Stufe ausdrücklich eine Modellannahme.

  • Herzstillstand · +1 / +3 / +5 Prozentpunkte: PRINCESS zeigte für CPC 1–2 nach 90 Tagen 16,6 % versus 13,5 %, also einen Punktschätzer von +3,1 Prozentpunkten, statistisch nicht signifikant. HYPERION berichtete bei nicht-schockbarem Rhythmus 10,2 % versus 5,7 %, entsprechend +4,5 Prozentpunkten. Daher ist +1 pp ein bewusst vorsichtiger Unterrand, +3 pp liegt nahe am PRINCESS-Punktschätzer und +5 pp etwa in der Größenordnung von HYPERION. Die Spannweite ist kein AIRCHILL-Effekt und wird durch neutrale bzw. widersprüchliche Temperaturmanagement-Daten ausdrücklich begrenzt. PRINCESS · HYPERION.
  • Schlaganfall · +1 / +3 / +5 Prozentpunkte: COTTIS fand in einer kleinen Matched-Pair-Analyse mRS 0–2 bei 68,2 % versus 29,5 %, also +38,7 Prozentpunkte. Die Autoren bezeichnen die Effektgröße selbst als überraschend hoch und verlangen randomisierte Bestätigung. Die Website verwendet deshalb gerade nicht diesen beobachteten Unterschied, sondern deutlich kleinere +1/+3/+5-pp-Sensitivitäten als konservativen Stress-Test. DOI 10.1093/esj/aakaf031 · PMID 41700739.
  • Neonatale HIE · +1 / +3 / +5 Prozentpunkte: In der NICHD-RCT reduzierte etablierte Ganzkörperhypothermie Tod oder moderate/schwere Behinderung von 62 % auf 44 %, also um 18 absolute Prozentpunkte. Ein neues Transport- oder Frühkühlkonzept würde jedoch gegen bereits etablierte Kühlung geprüft. Deshalb modelliert Ethical Saving nur kleine inkrementelle Zusatznutzen von +1/+3/+5 pp und nicht den historischen 18-pp-Effekt. DOI 10.1056/NEJMcps050929 · PMID 16221780.
  • Hitzschlag · +1 / +3 / +5 Prozentpunkte: Hier ist der stärkste belastbare Anker zunächst die Kühlgeschwindigkeit. In 274 Fällen von belastungsbedingtem Hitzschlag unter Cold-Water-Immersion betrug die mittlere Kühlrate 0,22 °C/min bei 100 % Überleben. Eine größere Evidenzsynthese mit 521 Fällen fand bei adäquater Kühlrate >0,15 °C/min keine Todesfälle, gegenüber 23/521 Todesfällen insgesamt in der Gruppe mit unzureichenderen Kühlverfahren; Komplikationen waren ebenfalls deutlich häufiger bei langsamer Kühlung. Die Website nutzt +1/+3/+5 pp deshalb nur als konservative Outcome-Sensitivität rund um einen beobachteten Mortalitätsunterschied in der Größenordnung von etwa 4–5 pp; der besser belegte Studienendpunkt für eine frühe AIRCHILL-Feasibility-Studie wäre jedoch Kühlrate und Zeit bis zur sicheren Kerntemperatur, nicht ein vorab behaupteter Überlebenseffekt. DeMartini et al. · EHS cooling-rate review.
  • Schweres TBI · +1 / +3 / +5 Prozentpunkte: POLAR zeigte, dass eine breit angewandte frühe prophylaktische Hypothermie ohne gezielte Phänotypisierung keinen Vorteil im günstigen GOSE erzeugte. LTH-1 berichtete dagegen in einer vorab untersuchten Hoch-ICP-Subgruppe ein positives Signal. Für die nächste Studiengeneration ist das vor allem Designinformation: Population, Mechanismus, Beginn, Dauer, Rewarming und Sicherheitsprofil müssen enger definiert werden. +1 und +3 pp dienen deshalb als kleine prospektive Zielgrößen, deren tatsächliche Größe erst eine geeignete Pilot- und anschließend randomisierte Studie bestimmen soll; +5 pp bleibt eine obere Sensitivität. POLAR · PMID 30357266.
  • Concussion: Prozentpunkte sind hier methodisch weniger passend. Vorhandene Studien messen vor allem Symptomschwere und Return-to-Play/Activity; eine randomisierte Pilotstudie zeigte schnellere Symptomverbesserung unter Kopf-/Nackenkühlung. Für künftige Modelle sollten daher Tage bis Return-to-Activity oder validierte Symptomskalen bevorzugt werden. Die derzeitigen +1/+3/+5-pp-Werte bleiben bis zu einer Modellumstellung reine Sensitivität und sind kein evidenznaher klinischer Endpunkt. Randomized pilot trial · PMID 34009790 · Return-to-play study · PMID 36222612.

Studienplanerische Konsequenz: Externe Tier- und Humanstudien definieren plausible Effektbandbreiten und zeigen, welche Protokollvariablen besonders wichtig sind: Timing, Population, Route, thermische Dosis, Sicherheit und patientenrelevante Endpunkte. Die AIRCHILL-Feasibility- und Pilotphase soll daraus eine eigene, gemessene Effektgröße ableiten, auf deren Basis anschließend eine definitive Fallzahlplanung erfolgen kann.

Interpretationsregeln

Registereinträge zeigen, dass eine Studie registriert oder geplant ist; sie beweisen keinen klinischen Nutzen. Beobachtungsstudien und Post-hoc-Subgruppen werden nicht wie bestätigende randomisierte Evidenz behandelt. Studien anderer Kühltechnologien liefern Forschungs- und Designwissen, sind aber keine Validierung von AIRCHILL.

Verbleibende Datenlücken: Nicht jede Modellgröße besitzt einen deutschen oder indikationsspezifischen Primärwert. Wo nur ausländische Kostenanker, übertragene Inzidenzraten oder Management-Sensitivitäten verfügbar sind, bleibt dies ausdrücklich als TRANSFERRED, DERIVED, ASSUMPTION oder DATA GAP gekennzeichnet. Die Quellenbibliothek ersetzt keine prospektiven AIRCHILL-Wirksamkeits- oder Patientensicherheitsdaten.