Innovation, die Versorgung verbessert.
Wir entwickeln und unterstützen überprüfbare Lösungen für medizinische und gesellschaftliche Herausforderungen – mit Forschung, Technologie und einem klaren Fokus auf belastbare Evidenz.
Bessere Versorgung statt Einsparungen zulasten von Patienten.
Ethical Saving steht für die Idee, Ressourcen durch bessere Versorgung sinnvoller einzusetzen. Wenn neue Behandlungsansätze schwere Folgen verhindern oder reduzieren können, profitieren Betroffene – und langfristige Behandlungs-, Rehabilitations- und Pflegekosten können sinken.
Aus wissenschaftlichen Signalen messbaren Nutzen entwickeln.
Medizinische Innovation beginnt mit einer plausiblen Hypothese und gewinnt durch gute Studien an Wert. Wir zeigen deshalb zuerst, was Mechanismusdaten, präklinische Ergebnisse und klinische Signale bereits unterstützen, und formulieren daraus den nächsten messbaren Schritt bis zum Patientennutzen.
Offene Fragen sind Entwicklungsziele: Welche Population profitiert am ehesten? Wie früh muss die Intervention beginnen? Welche thermische Dosis ist sinnvoll und sicher? Und wie groß ist der mögliche Patienteneffekt? Neutrale oder negative Studien helfen, genau diese nächste Studie besser zu planen.
Was bereits ein kleiner klinischer Effekt bedeuten könnte.
Dies ist keine Prognose für AIRCHILL, sondern eine transparente Szenario-Rechnung. Ausgangspunkt sind deutsche Registerdaten; die angenommenen Effekte von +1, +3 und +5 Prozentpunkten sind bewusst hypothetisch und müssen erst in klinischen Studien geprüft werden.
+1 Prozentpunkt
Bei rund 7.500 behandelten geeigneten Patienten pro Jahr entspräche das rechnerisch etwa 75 zusätzlichen Überlebenden mit gutem neurologischem Outcome.
+3 Prozentpunkte
Rechnerisch etwa 225 zusätzliche neurologisch gute Überlebende pro Jahr. Genau diese Größenordnung zeigt, warum ein kleiner absoluter Effekt gesellschaftlich relevant sein könnte.
+5 Prozentpunkte
Rechnerisch etwa 375 zusätzliche neurologisch gute Überlebende pro Jahr.
Eine große retrospektive Analyse des Deutschen Reanimationsregisters mit 33.933 komatösen Erwachsenen nach Herzstillstand berichtete für milde therapeutische Hypothermie eine adjustierte Odds Ratio von 1,60 (95-%-KI 1,49–1,72) für CPC 1–2. Die Rohdaten lagen bei 33,3 % versus 14,0 %, sind wegen deutlicher Gruppenunterschiede aber nicht als kausaler Risikounterschied zu lesen. Eine Umrechnung der OR auf 14,0 % Ausgangsrisiko ergibt rein mathematisch rund 20,7 % beziehungsweise +6,7 Prozentpunkte. Dieser Wert ist eine von Ethical Saving abgeleitete Sensitivitätsrechnung, kein von der Studie berichteter adjustierter absoluter Behandlungseffekt und erst recht keine AIRCHILL-Effektgröße.
Nicht als Wirksamkeitsbeleg interpretieren: Die Studie war retrospektiv/observational, umfasste OHCA und IHCA, untersuchte MTH nach ROSC und keine präklinische AIRCHILL-Anwendung. Die rohe Gruppenrate lag bei 33,3 % versus 14,0 % CPC 1–2 (+19,3 Prozentpunkte), wird hier aber bewusst nicht als kausaler Effekt extrapoliert, weil sich die Gruppen in zahlreichen Prognosefaktoren unterschieden.
So entsteht die Zielpopulation.
Für Deutschland müssen mehrere Nenner getrennt werden: Für 2024 werden bundesweit rund 136.000 außerklinische Herz-Kreislauf-Stillstände (OHCA) hochgerechnet. Bei rund 54.000–67.000 Fällen pro Jahr begann der Rettungsdienst Reanimationsmaßnahmen; die spätere bundesweite Kommunikation verwendet rund 67.000. Der Anteil initial schockbarer Rhythmen lag in der DGRR-Referenzgruppe 2024 bei rund 21,5 %; auf 54.000–67.000 Reanimationsversuche übertragen entspräche das nur rechnerisch etwa 11.600–14.400 Fällen. Für unsere Modellrechnung werden davon weiterhin nur 7.500 potenziell erreichbare Patienten angesetzt. Diese 7.500 sind eine operative ASSUMPTION, keine Registerzahl und müssen später durch prospektive Screeningdaten ersetzt werden.
AIRCHILL wurde bislang bei 0 klinisch behandelten Patient:innen eingesetzt; ein frühes ISMRM-Feasibility-Abstract berichtet jedoch Messungen bei 2 gesunden Freiwilligen. Das ist keine Patientenbehandlung und kein Wirksamkeitsnachweis. Genau deshalb ist der nächste Wertschritt klar: eine prospektive klinische Studie, die Sicherheit, frühe thermische Exposition, die geeignete Population und die Größe eines möglichen Patienteneffekts bestimmt. PRINCESS war im Gesamtkollektiv im primären Endpunkt neutral; Timing- und Schockrhythmus-Signale sowie PRINCESS2 liefern wichtige Hinweise dafür, wie die nächste Fragestellung präziser geprüft werden kann.
Im DGRR-Referenzkollektiv 2024 wurde bei 17,3 % der ins Krankenhaus aufgenommenen OHCA-Patient:innen ein Temperaturmanagement dokumentiert. In zertifizierten Cardiac-Arrest-Centern lag der Anteil 2024 bei rund 35 % der aufgenommenen OHCA-Fälle – ein anderes, selektiertes Versorgungskollektiv. Die ERC/ESICM-Leitlinie 2025 setzt den Schwerpunkt auf kontinuierliche Temperaturkontrolle und Fieberprävention; eine routinemäßige tiefe Hypothermie für alle komatösen Post-ROSC-Patient:innen ist daraus nicht abzuleiten. Deshalb werden Versorgungsquote, Zieltemperatur und klinischer Effekt auf dieser Website getrennt dargestellt. Zeitstände und Quellen →
Eine spanische OHCA-Kostenanalyse aus gesellschaftlicher Perspektive berichtete im ersten Jahr etwa 28.333 € bei CPC 1 gegenüber 97.953 € bei CPC 4; der Gesamtmittelwert lag bei 73.502 € pro aufgenommenem Patienten. Diese Werte zeigen eine starke Kostenstaffelung nach neurologischem Outcome, liefern aber keinen deutschen Eurobetrag je zusätzlich gutem Outcome. Deshalb wird aus den 225 Fällen des +3-pp-Szenarios hier keine nationale Einsparsumme mehr abgeleitet. Der passende deutsche Kostenunterschied pro funktionell verbessertem Verlauf bleibt DATA GAP. Primärquelle →
Quellen und Einordnung: Deutsches Reanimationsregister, öffentlicher Jahresbericht 2024; PRINCESS Randomized Clinical Trial; PRINCESS2 Studiendesign; TTM2; europäische Kostenanalysen zu neurologischem Outcome nach Herzstillstand. Begründung der Sensitivität: PRINCESS beobachtete einen nicht signifikanten Punktschätzer von +3,1 Prozentpunkten für CPC 1–2 (16,6 % vs. 13,5 %), HYPERION +4,5 Prozentpunkte (10,2 % vs. 5,7 %) bei nicht-schockbarem Rhythmus. +1 pp ist deshalb ein bewusst vorsichtiger Unterrand, +3 pp liegt nahe am PRINCESS-Punktschätzer und +5 pp ungefähr in der HYPERION-Größenordnung. Diese Werte und die operative Reichweite von 7.500 Fällen bleiben Szenarioannahmen von Ethical Saving, keine AIRCHILL-Wirkung. Alle Quellen, DOI- und Registerlinks →
Was ein kleiner Zusatznutzen bei Thrombektomie bedeuten könnte.
Auch diese Rechnung ist eine Szenarioanalyse und keine Wirksamkeitsprognose für AIRCHILL. Als aktuellen Modellanker verwenden wir 21.609 mechanische Thrombektomien aus einer nationalen Claims-Auswertung für 2024. Nicht alle Fälle wären für eine zusätzliche frühe Kühlstrategie geeignet.
+1 Prozentpunkt
≈ 216 zusätzliche Patienten pro Jahr mit gutem funktionellem Outcome (mRS 0–2), falls eine zukünftige randomisierte Studie einen absoluten Zusatznutzen von einem Prozentpunkt zeigen würde.
+3 Prozentpunkte
≈ 648 zusätzliche Patienten pro Jahr mit mRS 0–2. Das ist keine erwartete AIRCHILL-Wirkung, sondern eine Sensitivitätsrechnung.
+5 Prozentpunkte
≈ 1.080 zusätzliche Patienten pro Jahr mit mRS 0–2 unter denselben Modellannahmen.
In einer kleinen Matched-Pair-Analyse erreichten 68,2 % der hypotherm behandelten Patienten gegenüber 29,5 % der gematchten Standardbehandlungsgruppe nach 90 Tagen mRS 0–2. Das auffällige Signal ist wegen kleiner Stichprobe und nicht-randomisiertem Design ausdrücklich keine Prognose und keine AIRCHILL-Effektgröße. Die randomisierte COTTIS-2-Studie ist der entscheidende nächste Schritt zur Einordnung.
Quellen und Methodik werden in der Evidenzbibliothek → dokumentiert. Die Modellwerte +1/+3/+5 Prozentpunkte sind Sensitivitätsannahmen, keine Produktwirkung.
Frühe Kühlung ist hier bereits Standard – offen ist der noch frühere Start.
Bei moderater bis schwerer hypoxisch-ischämischer Enzephalopathie reifer beziehungsweise nahezu reifer Neugeborener ist therapeutische Hypothermie etabliert. Für Ethical Saving ist die Forschungsfrage deshalb, ob ein separat validiertes Transport- oder Frühkühlkonzept die Behandlung schneller und zuverlässiger beginnen könnte.
≈ 10 günstige Outcomes
Rein modellhaft auf einen abgeleiteten Systemrahmen von rund 981 Fällen übertragen.
≈ 29 günstige Outcomes
Eine Sensitivitätsannahme für möglichen Zusatznutzen gegenüber bereits etablierter Versorgung.
≈ 49 günstige Outcomes
Ein oberer Szenariorand, kein belegter Effekt eines neuen Systems.
Der historische Nutzen etablierter neonataler Hypothermie darf nicht als zusätzlicher Nutzen eines neuen Geräts interpretiert werden. Eine pädiatrische Anwendung würde ein eigenständiges Entwicklungs-, Sicherheits-, Dosierungs- und Zulassungsprogramm benötigen. AIRCHILL ist derzeit nicht für Neugeborene validiert.
Bei Hitzschlag zählt Geschwindigkeit.
Hitzschlag ist ein akuter medizinischer Notfall. Für belastungsbedingten Hitzschlag unterstützt die Evidenz sofortige aktive Kühlung; Ganzkörper-Wasserimmersion erreicht hohe Kühlraten. Ein zukünftiges respiratorisches System wäre kein Ersatz für etablierte Verfahren, sondern allenfalls eine ergänzende Option in ausgewählten Situationen.
+1 Prozentpunkt
Rechnerisch ein zusätzlicher Überlebender pro 100 vergleichbaren schweren Hitzschlagpatienten.
+3 Prozentpunkte
Rechnerisch drei zusätzliche Überlebende pro 100 schweren Fällen.
+5 Prozentpunkte
Rechnerisch fünf zusätzliche Überlebende pro 100 – reine Sensitivitätsannahme.
Statistisch hitzeattribuierte Todesfälle in der Gesamtbevölkerung sind keine diagnostizierte Hitzschlagkohorte und dürfen nicht als AIRCHILL-Zielpopulation oder mögliche Rettungszahl verwendet werden.
Sehr frühe Neuroprotektion ist plausibel – Population und Effektgröße müssen prospektiv bestimmt werden.
Für die Szenariorechnung verwenden wir 7.500 potenziell erreichbare schwere Fälle als operative Annahme. Ein aktueller nationaler Nenner für tatsächlich beatmete, für ein bestimmtes System geeignete Patienten bleibt eine Datenlücke.
75 günstige Outcomes
Bei +1 Prozentpunkt absolutem Zusatznutzen.
225 günstige Outcomes
Bei +3 Prozentpunkten – ohne daraus mangels passender deutscher Outcome-Kostendaten eine nationale Einsparsumme abzuleiten.
375 günstige Outcomes
Bei +5 Prozentpunkten als oberem Sensitivitätsrand.
Ein möglicher Forschungspfad wäre besonders bei intubierten beziehungsweise beatmeten schweren TBI-Patienten zu prüfen. AIRCHILL hat bislang 0 TBI-Patienten behandelt; der nächste Entwicklungsschritt wäre daher eine klar definierte Feasibility- und anschließende Outcome-Studie.
Ein relevantes Forschungsfeld – aber kein heutiger AIRCHILL-Use-Case.
Positive klinische Cooling-Daten betreffen selektive externe Kopf- und Nackenkühlung, überwiegend nach Sport-Concussion. Typische Concussion-Patienten sind wach und benötigen keine invasive Beatmung. Das Thema gehört deshalb als separates Forschungsfeld auf die Website, nicht als respiratorischer Produktclaim.
Für Concussion sind Prozentpunkte kein idealer klinischer Endpunkt. Zukünftige Modellierung sollte bevorzugt Tage bis Return-to-Activity oder validierte Symptomskalen verwenden.
Patentfamilie in Europa und den USA erteilt.
Die Schutzrechte rund um das Medicalcooling/AIRCHILL-Entwicklungsprogramm sind öffentlich einsehbar. Die öffentliche Registerlage wird transparent dargestellt und ersetzt keine juristische Chain-of-Title-Prüfung.
EP3509683B1
Europäisches Patent für ein transportables System zur Absenkung der Körpertemperatur über die Atemwege mit einem gekühlten, sauerstoffhaltigen Gasstrom. Erteilung: 24. Januar 2024.
US11395900B2
US-Patent für ein transportables Gerät, System und Verfahren zur Bereitstellung eines gekühlten, sauerstoffhaltigen Gasstroms. Erteilung: 26. Juli 2022.
Öffentliche Registerlage
In den öffentlich einsehbaren Patentdatensätzen ist Fabian Temme als Assignee/Inhaber geführt; eine Universitäts-Mitinhaberschaft ist dort nicht ausgewiesen. Für Due Diligence ist eine formale Chain-of-Title-Prüfung sinnvoll.
Von Neuroprotektion bis Verletzungserkennung.
Unsere Projekte verbinden praktische Problemstellungen mit technischer Entwicklung und wissenschaftlicher Evaluation.
Medicalcooling
Forschung und Entwicklung rund um frühe, gezielte Kühlung und Neuroprotektion in der Notfallmedizin.
InjuryDetector
Ein eigenständiges Innovationsprojekt aus unserem Umfeld mit Fokus auf Verletzungserkennung.
GritArmor
Ein eigenständiges Projekt mit Fokus auf Schutz, Belastbarkeit und praktische Innovation.
Entwicklung nachvollziehbar machen.
Ausgewählte Software-Projekte veröffentlichen wir offen auf GitHub. So können Code, Entwicklungsstand und technische Ansätze transparent nachvollzogen werden.
WebsiteToJSON
JavaScript-Preprocessing für strukturierte Website-Daten in KI-Workflows.
MCPWebserver
Minimaler PHP-Webserver als Grundlage für KI-gestützte MCP-Website-Workflows.
Weitere Projekte
hoop-stats-analyzer, ScanCleaner, ClaudeWebsiteTools und neue öffentliche Entwicklungen.
Innovationsspur für die medizinische Notfallrettung.
Unsere Stellungnahme zur Reform der Notfallversorgung schlägt einen produktneutralen Weg vor, mit dem neue präklinische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden wissenschaftlich kontrolliert erprobt werden können.
Die Finanzierung und Beschaffung im Rettungsdienst endet nicht an der Bundeslandgrenze. Der neue Atlas trennt auf Landkreis-/kreisfreier-Stadt-Ebene Rettungsdienstträger, Gebührensatzung, RTW-/NEF-Entgelt, Kostenträgerlogik, Beschaffungszuständigkeit, Aktualität und Quellenstatus.
Erprobung ermöglichen
Innovation im Rettungsdienst braucht einen realistischen Zugang zu kontrollierten Studien.
Finanzierung mitdenken
Notwendige präklinische Leistungen sollten nicht allein an ungeklärten Vergütungswegen scheitern.
Vom Erprobungsweg zur belastbaren Evidenz
Ein geregelter Zugang zu Studien verbindet Innovation mit Patientensicherheit, wissenschaftlicher Prüfung und klaren Kriterien für den nächsten Entwicklungsschritt.
Kooperation über Standorte hinweg.
Unsere Aktivitäten und Kontakte verbinden Forschung, Entwicklung, Veranstaltungen und Kooperationen in mehreren Ländern.
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